Große Beteiligung am Protest der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege im Barnim: Rund 200 Fahrzeuge beteiligten sich am Autokorso, mehr als 600 Menschen kamen zur anschließenden Kundgebung auf dem Eberswalder Marktplatz. Gemeinsam machten sie deutlich: Bei der Pflege darf nicht auf Kosten der Menschen gespart werden.
Mit einer beeindruckenden Beteiligung haben die Menschen in Eberswalde gegen die geplanten Kürzungen in der Pflege protestiert. Zu der Aktion aufgerufen hatte die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege im Barnim, zu der die Arbeiterwohlfahrt, die Diakonie, das Deutsche Rote Kreuz und der Paritätische Wohlfahrtsverband gehören. Gemeinsam mit ambulanten Pflegediensten, Vereinen, Beschäftigten und Betroffenen wurde ein deutliches Zeichen gesetzt.
Im Mittelpunkt des Protests stand die Sorge, dass die geplante Pflegereform vor allem zulasten pflegebedürftiger Menschen, ihrer Angehörigen und der Beschäftigten gehen könnte. Die zentrale Botschaft der Teilnehmenden: Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und darf nicht zum Spielball finanzieller Sparmaßnahmen werden.
Pflege geht uns alle an
Pflege betrifft nicht nur diejenigen, die heute auf Unterstützung angewiesen sind. Früher oder später können wir alle selbst betroffen sein – als pflegebedürftiger Mensch oder als Angehörige, die Verantwortung für einen nahestehenden Menschen übernehmen.
Deshalb muss eine Pflegereform die Lebensrealität der Menschen in den Mittelpunkt stellen. Entscheidend ist nicht allein, wie Ausgaben reduziert werden können, sondern wie die vorhandenen Mittel gerechter und wirksamer eingesetzt werden, um eine gute und verlässliche Versorgung sicherzustellen.
Sozialer Zusammenhalt ist keine Sparmasse
Auch über die Pflege hinaus wurde deutlich gemacht, welche Bedeutung soziale Angebote für unsere Gesellschaft haben. Kitas, Pflege, Jugendhilfe und die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen sind keine bloßen Kostenfaktoren. Sie schaffen wichtige Voraussetzungen für gesellschaftliche Teilhabe, ermöglichen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sichern Fachkräfte und stärken den Zusammenhalt.
Kürzungen im Sozialbereich treffen deshalb nicht nur einzelne Einrichtungen oder deren Beschäftigte. Sie haben Auswirkungen auf Familien, die Wirtschaft und das gesellschaftliche Miteinander.
Ziel muss ein Sozialstaat sein, der einfacher, wirksamer und langfristig finanzierbar ist. Einsparungen dürfen jedoch nicht dadurch erreicht werden, dass die Belastungen auf pflegebedürftige Menschen, ihre Angehörigen und die Beschäftigten verlagert werden.
Die Botschaft aus Eberswalde: Reformieren ja – Kürzen nein!
Die große Beteiligung am Protest zeigt, wie wichtig den Menschen eine verlässliche Pflege und ein starker Sozialstaat sind. Die AWO und ihre Partner in der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege im Barnim setzen sich weiterhin dafür ein, dass die Interessen der Betroffenen gehört und soziale Leistungen nachhaltig gesichert werden.
Ein herzlicher Dank gilt allen, die sich am Autokorso und an der Kundgebung beteiligt haben, die Aktion organisiert und unterstützt oder mit ihrer Präsenz ein Zeichen gesetzt haben.
Gemeinsam stehen wir für eine Pflege, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Denn: Nicht bei den Menschen sparen! Reformieren ja – Kürzen nein!







