Ein leeres Pflegebett wirkt auf den ersten Blick unscheinbar. Doch an diesem Aktionstag steht es für eine große Sorge: Was passiert, wenn gute Pflege für immer mehr Menschen unbezahlbar wird?
Deshalb beteiligte sich das AWO Pflegewohnheim „Zur Heegermühle“ an der landesweiten Protestaktion „Leeres Pflegebett“ der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Brandenburg. Gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie unseren Bewohnerinnen und Bewohnern setzen wir ein sichtbares Zeichen für eine Pflege, die auch in Zukunft verlässlich, bezahlbar und für alle erreichbar bleibt.

Warum wir uns beteiligen
Mit dem geplanten Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) verfolgt die Bundesregierung wichtige Ziele. Die Pflegeversicherung soll zukunftsfähig aufgestellt, Prävention gestärkt, digitale Lösungen ausgebaut und Pflegeleistungen flexibler gestaltet werden. Diese Ziele sind richtig und notwendig.
Gleichzeitig enthält der aktuelle Gesetzentwurf Regelungen, die bei Pflegeeinrichtungen, Wohlfahrtsverbänden und Fachleuten große Sorgen auslösen. Sie befürchten, dass sich die Finanzierung der Pflege weiter verschlechtert und die finanziellen Belastungen zunehmend auf Pflegebedürftige, ihre Angehörigen und die Einrichtungen verlagert werden.
Schon heute steigen die Eigenanteile für einen Pflegeplatz kontinuierlich. Für viele Familien ist diese Entwicklung kaum noch zu bewältigen. Gleichzeitig verschärft sich der Fachkräftemangel und Pflegeeinrichtungen stehen unter einem immer größeren wirtschaftlichen Druck.
Das leere Pflegebett als Symbol
Unser leeres Pflegebett steht für all jene Menschen, die auf professionelle Pflege angewiesen sind und dennoch befürchten müssen, dass ein Pflegeplatz künftig nicht mehr finanzierbar ist.
Es steht für Angehörige, die täglich Pflege leisten und oft bis an ihre Belastungsgrenzen gehen. Es steht für Pflegekräfte, die mit großem Engagement arbeiten und dafür verlässliche Rahmenbedingungen benötigen. Und es steht für die Verantwortung unserer Gesellschaft, pflegebedürftigen Menschen auch in Zukunft eine würdevolle Versorgung zu ermöglichen.
Pflege darf nicht vom Geldbeutel abhängen. Sie ist kein Luxus und keine Ware, sondern Ausdruck von Menschlichkeit und Solidarität.
Gemeinsam ein Zeichen setzenLandesweit beteiligten sich zahlreiche Pflegeeinrichtungen an der Aktion der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Brandenburg. Zeitgleich machten Vertreterinnen und Vertreter der Wohlfahrtsverbände mit einem leeren Pflegebett vor dem Brandenburger Landtag auf die drohenden Folgen des Gesetzentwurfs aufmerksam.
Die LIGA fordert die Landesregierung auf, sich im Bundesrat für deutliche Nachbesserungen am Pflegeneuordnungsgesetz einzusetzen und den erfolgreichen „Pakt für Pflege“ in Brandenburg nicht nur fortzuführen, sondern weiter auszubauen. Denn eine starke Pflege braucht langfristige Investitionen, eine verlässliche Finanzierung und politische Entscheidungen, die die Versorgung der Menschen in den Mittelpunkt stellen.
Unsere Botschaft
Als AWO stehen wir für Solidarität, soziale Gerechtigkeit und eine würdevolle Pflege.
Wir wünschen uns eine Reform, die Pflege wirklich stärkt – nicht eine, die bestehende Herausforderungen verschärft. Gute Pflege muss für alle Menschen erreichbar und bezahlbar bleiben. Nur so können Pflegebedürftige, ihre Angehörigen und die Beschäftigten darauf vertrauen, auch in Zukunft gut versorgt zu sein.
Pflege braucht Zukunft.
Pflege braucht eine sichere Finanzierung.
Leere Pflegebetten dürfen nicht zur Realität werden.